Konzipiert wurde die Canvas-Methode von Alexander Osterwalder im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Lausanne. Mittlerweile wurde das Geschäftsmodell-Konzept bereits von mehr als 5.000.000 Nutzern angewandt und ist wegen des praktischen Design-Thinking Ansatzes und seiner Vorteil sehr beliebt. Das Business Model Canvas besteht aus den neun Bausteinen, die für den Erfolg eines Unternehmens unabdinglich sind, und eignet sich hervorragend als Ergänzung zum traditionellen Businessplan. Die 9 Bausteinen sollten typischerweise in einer bestimmten Reihenfolge gefüllt werden. Im Business Model Canvas beschreibst du nicht nur deine Zielgruppen und angebotenen Leistungen, sondern auch über welche Vertriebs- und Kommunikationskanäle du deine Kunden am besten erreichen kannst, welche Ressourcen und Aktivitäten nötig sind um deine Ziele, sprich Umsatz, zu erreichen. Wie bei jedem guten Flipchart ist eine Vorbereitung und Planung teils des Erfolges

1. Customer Segments | Die Kundensegmente

Numero Uno deiner Überlegungen sollte der Kunde stehen. Also die Nutzer, der (zahlende) Kunde oder Abonnenten deines Produktes. Dies können natürliche Personen oder auch Organisationen sein für die du mit deinem Geschäftsmodell und deinem Angebot einen Wert schaffen möchtest. Wer sind deine Kunden, wie unterteilst du Sie nach Kundensegmenten, was sind ihre Bedürfnisse ? Dein Geschäftsmodell wird dann anhand der definierten Bedürfnissen deiner Zielgruppen entwickelt.

Anhand von Personas, das sind abstrakte Nutzern mit bestimmten Eigenschaften und Nutzungsverhalten, definierst du deine Kundensegmente.

2. Value Proposition | Wertangebote 

Zu deinen Kundensegmenten gehört jeweils ein passendes Werteversprechen das für diese ein Bedürfnis befriedigt oder eine Problem löst.Um Einnahmen zu erzielen, musst du deinen Kunden mit deinen angebotenen Produkten und/oder Dienstleistungen einen Mehrwert bieten können. Ohne eine klare Beschreibung des Wert deines Produktes hast du vielleicht gar keines ! Die Value Propositions ordnest du jeweils den passenden Personas und Kundensegmenten zu. Am besten legst du jetzt schon eine Priorität fest.

Einfache Fragen zu Bestimmung sind 

  • Welche Kombination von Produkten und Services biete ich den Personas und Zielgruppen an?
  • Für welches Problem wollen diese Kunden eine Lösung haben?
  • Welche (Kunden) Bedürfnisse möchte ich mit meinen Produkt erfüllen?
  • Haben meine Kunden einen klaren Nutzen/Mehrwert und kann ich den in einen Satz angeben?

3. Channels | Kanäle deines Vertriebs & Kommunikation

Über welche Vertriebs- und Kommunikationskanäle trittst du mit deinen Kunden in Kontakt. Wie bietest du dein Produkt an und wie „lieferst“ du eigentlich den unter 2. angebenden Wert zum Kunden? Dabei ist es wichtig vorher zu recherchieren wo deine Kunden überhaupt sind und wie du Sie erreichen kannst (Stichwort Customer Journey). Welcher Kanäle funktionieren am besten? Was sind die besten Berührungspunkte?

4. Customer Relationsships | Kundenbeziehungen 

Im vierten Segment liegt der Fokus darauf, welche Form von Beziehung du mit deinen Kunden pflegen möchtest. Ist die Beziehung zum Kunden persönlich, elektronisch, individuell, automatisiert? Gibt es eine Community der Kunden? Gibt es ein Kundenfeedback und wie kostenintensiv ist die Kundenpflege und wie ertragreich die Akquise

Typische Fragen zur genaueren definition sind

  • Was tue ich für den Aufbau und die Pflege der Kundenbeziehung?
  • Wie messe ich den Erfolg dieser Maßnahmen?
  • Passt die Form der Kundenbeziehung zu meinem Geschäftsmodell?

5. Revenue Streams | Einnahmequellen

Hier beantwortest du für dich, in welcher Form du Einnahmen erzielen möchtest. Die zentrale Frage, die du dir hier stellst wie viel der Kunden bereit sind, für deinen Produkt und dessen Nutzen zu zahlen. Mache dir Gedanken über eine geeignete Preisstrategie. Oft lässt sich aus einem Nutzenversprechen/Wertangebot auf verschiedene Weise Geld verdienen z.B. Freemium, einmaliger Betrag, Abonnement,  Lizenzen, Werbung… Im Anschluß verknüpfst du die Einnahmequellen,  mit den Personas, und den  Value Propositions.

  • Für welchen Nutzen sind meine Kunden bereit zu zahlen? Und wie viel?
  • Gibt es vergleichbare Produkte/Services? Wie sehen dort die Einnahmequellen aus?
  • Wie viel trägt jede der einzelnen Umsatzquellen zum Gesamtumsatz bei?
  • Wie zahlen deine Kunden heute?
  • Würden sie lieber anders zahlen?
  • Welchen Anteil liefert jede Einkommensquelle zum Gesamtergebnis?

6. Key-Resources | Schlüssel-Ressourcen

In diesem Baustein gibst du an, welche Ressourcen und welche Infrastruktur du benötigst, um dein Produkt/Service anbieten zu können. Dein Geschäftsmodell benötigt Ressourcen für die Erschließung von Märkten sowie für die Erstellung eines Wertangebots. Schlüssel-Ressourcen können materieller oder immaterieller Natur sein. Sie werden typischerweise in finanziellen, physische, humane (Personal) und technologische Ressourcen (Qualitätsstandards, Markennahmen, Lizenzen ect.) unterschieden.

  • Welche Schlüssel-Ressourcen sind notwendig für mein Business? Wie sieht das Preis-Leistungs-Verhältnis aus?
  • Welche Schlüsselressourcen brauche ich, um den Kundennutzen zu erfüllen?
  • Welche Ressourcen erfordern meine Vertriebs-und Kommunikationskanäle/ Kunden-Beziehungen/ Einnahmequellen

7. Key Activities | Schlüsselaktivitäten

An dieser Stelle beschreibst du die wichtigsten Aktivitäten deines Unternehmens, die für die Umsetzung deines Geschäftsmodells unabdinglich sind. Bei den Schlüsselaktivitäten solltest du an alle zentralen Aktivitäten denken, die erforderlich sind, damit du dein Produkt anbieten kannst.Nenne die Aufgaben, von denen der Unternehmenserfolg abhängt. 

 Dein Fragen dazu

  • Welche der wichtigsten Aktivitäten muss ich durchführen, um den Kundennutzen zu erfüllen?
  • Welche Aktivitäten sind für die Vertriebskanäle notwendig, welche für die Kundenbeziehungen?
  • Aber auch, welche Aktivitäten führen nicht zum gewünschten Erfolg?

8. Key Partners | Deine Schlüsselpartner

 Hier führst du deine Kooperationspartner an, die für dein Geschäftsmodell entscheidend sind und ohne die es nicht läuft. Musst du auf Ressourcen von externen Zulieferer zurückgreifen? Oder outsourced du Tätigkeiten?  Wer kommt überhaupt als Partner in Frage und welche sind deine Wichtigsten 

  • Wer sind meine Schlüsselpartner, wer meine wichtigsten Lieferanten?
  • Wo gibt es Abhängigkeiten und wo kannst du flexibel substituieren?
  • Wo besteht eine Verbindung zu den Schlüsselaktivitäten und den Schlüsselpartnern ?

9. Cost Structure | Kostenstruktur 

Last but not least – Wie stehst um die Kosten bei deinem Geschäft ? Schlüsselressourcen und Aktivitäten, Partner und die Aufrechterhaltung der Kundenbeziehung verursachen letztendlich Kosten. Wie bei den Einnahmequellen gibt es auch unterschiedliche Kostenarten

  • Welche Kostenstruktur ergibt sich aus den bisherigen Planungen?
  • Welche Schlüsselressourcen und Schlüsselaktivitäten sind die Kostentreiber?
  • Welche Kostzen kannst du reduziert oder sogar einsparen?
  • Wie sehen deine Fix und Grenzkosten aus?